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Wem gehört das Obst auf dem Ratsbongert?

Die ersten Kirschbäume auf der Streuobstwiese Ratsbongert am Dahlacker in Alpen locken in diesen Tagen die zahlreichen Spaziergänger mit knackig roten Früchten. Es folgen im Laufe des Sommers Mirabellen, Birnen und zahlreiche Apfelsorten mit ihrem knackigen Obst. Wie aber ist mit dem Obst umzugehen? Darf der interessierte Spaziergänger von diesen verlockenden Früchten naschen oder folgt nach dem Verzehr die Vertreibung aus dem (Obstsorten-)Paradies?

Bild: NABU AlpenDer NABU Alpen hat im Frühjahr gemeinsam mit zahlreichen Obstbaumpaten beschlossen, dass zukünftig von Bäumen, die nicht speziell mit einem roten Band markiert sind, reifes Obst verkostet werden darf. Obstbaumpaten, die das Obst ihres Baumes auf dem Ratsbongert selbst ernten möchten, werden daher gebeten, ihren Patenbaum entsprechend mit einem roten Band zu kennzeichnen, um so der Allgemeinheit kenntlich zu machen, dass das Obst dieses Baumes tabu ist. Von allen anderen Bäumen darf Obst verkostet werden. So wird hoffentlich zukünftig vermieden, dass zu viel Fallobst längs des Spazierweges den Naturgenuss schmälert. Eines der Projektziele des Ratsbongerts ist die Inwertsetzung alter regionaltypischer Obstsorten und der Aufbau von Vermarktungsstrategien. Hierzu trägt auch der Lehrpfad Niederrheinische Streuobstwiese bei, der 26 alte Hochstammsorten längs des Spazierweges porträtiert. Über den jeweiligen QR-Code auf den Sortenportraits gelangen Interessenten direkt auf die jeweilige Sortenseite auf www.streuobst-niederrhein.de und finden dort zukünftig Bezugsquellen für die jeweiligen Obstsorten.

Für die Ernte auf dem Ratsbongert appelliert der NABU schon jetzt an die Pflücker, verantwortungsvoll mit den Bäumen umzugehen, keine Äste abzubrechen und ausschließlich reifes Obst in kleinen Mengen direkt aus dem Baum zu ernten, um so auch anderen Mitmenschen die Chance auf Kostproben zu geben. Das sogenannte Fallobst darf jedoch komplett verwertet werden. Besteht Bedarf an größeren Mengen beispielsweise für die Lagerung hilft die Seite www.streuobst-niederrhein.de. Weiterführende Informationen stehen ebenfalls auf dieser Seite.

Seit dem Frühjahr sind dort zudem drei von der Gemeinde Alpen gebaute Brunnen mit Handpumpen in Betrieb, so dass sowohl Obstbaumpaten als auch hilfreiche Spaziergänger dürstenden Obstbäumen einen Eimer lebenswichtiges Wasser spendieren können. „Der Klimawandel ist auch in Alpen unübersehbar. Auch wenn Standort und Alter die meisten Bäume aus dem Gröbsten rausgebracht haben zeigt auch dieses extrem trockene Frühjahr erneut, wie wichtig diese Pumpenspende für die Obstbäume ist. Wir hoffen, dass auch zukünftig fleißig von dem Bewässerungsangebot Gebrauch gemacht wird, um einen guten Ernteertrag zu ermöglichen.“ so Christian Chwallek vom NABU Alpen.