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Umsetzung der LEADER-Nachbarschaftsberatung der Gemeinde Alpen während der Corona-Pandemie

Die allermeisten älteren Menschen wünschen sich, dass sie so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung leben können, auch dann, wenn Krankheit, Hilfe- und Pflegebedürftigkeit eintreten. Größtmögliche Autonomie sowie Erhaltung der sozialen Kontakte im Umfeld, der Bewegungsfreiheit und damit die Teilhabe an der Gesellschaft sind Bedürfnisse, die durch das Projekt LEADER-Projekt Nachbarschaftsberatung aufgegriffen werden.

Dazu wird ein Netzwerk aus ehrenamtlichen Nachbarschaftsberater*innen auf- und ausgebaut. Die Ehrenamtler*innen stellen durch präventive Besuche Kontakt zu älteren und beratungsbedürftigen Menschen her; stehen als unbürokratische, trägerunabhängige Ansprechpartner für alle Lebenslagen zur Verfügung und unterstützen bei der Vermittlung von entsprechenden Beratungs- und Hilfsangeboten. Sie entlasten so Angehörige und übernehmen eine ganz besondere Funktion als Impulsgeber: Nah am Menschen und individuell auf die Bedürfnisse der Mitbürger abgestimmt. Übergeordnetes Ziel hierbei ist die Stärkung der selbständigen Lebensführung und damit die Vermeidung bzw. Verzögerung vollstationärer Pflege. Das Projekt folgt somit dem Grundsatz „ambulant vor stationär.“ Damit die sozialen Beziehungen von den derzeit 15 Nachbarschaftsberater*innen und ihren Begleitungen auch in Zeiten der Krise nicht einschlafen, halten sie telefonischen Kontakt. Wenn gesundheitlich nichts dagegen spricht, finden Besuche im Freien, unter Einhaltung der Hygiene-und Abstandsregeln, vereinzelt wieder statt.

Die Beratung für schwule und lesbische Bürger*innen durch den Nachbarschaftsberater Mario Berwanger findet derzeit nur telefonisch (0151 56094996) oder per E-Mail (m.berwanger66@t-online.de) statt.

Die Steuerung und Begleitung der ehrenamtlichen Nachbarschaftsberater und die Organisation von Schulungen werden von den Nachbarschaftskoordinatoren in den jeweiligen Kommunen übernommen. Neben der Gewinnung, Beratung, Koordinierung und Schulung der ehrenamtlichen Nachbarschaftsberater, übernehmen die Nachbarschaftskoordinatoren im Rahmen der aufsuchenden Sozialarbeit einen wichtigen Beitrag als Ergänzung und Unterstützung der ehrenamtlichen Nachbarschaftsberater*innen. Sonja Böhm bietet nach wie vor Beratung per Telefon, WhatsApp und Email an. In dringenden Notfällen finden auch Besuche mit gebührendem Abstand und unter Einhaltung der Hygienevorschriften statt.

Die Koordinatorin beteiligt sich an regionalen sowie überregionalen Arbeitsgruppen.

Zudem organisiert die Koordinierungsstelle, abgestimmt auf die kommunalen Gegebenheiten und Voraussetzungen, themenbezogene öffentliche Veranstaltungen und initiiert oder unterstützt neue kostenlose Angebote zur Stärkung des Für-und Miteinanders in der Dorfgemeinschaft. Beispiele hierfür sind die Wiederaufnahme des Demenzcafés Anno Dazumal sowie das Format „Jung schult Alt“, Handyseminare für Senioren in Kooperation mit der Sekundarschule Alpen und dem Seniorenkreis der Dorfwerkstatt Alpen.

Da bei diesen Formaten die auferlegten Abstands-und Hygienevorgaben, organisatorisch und räumlich derzeit nicht umgesetzt werden können, finden die Veranstaltungen derzeit nicht statt. Wann die Angebote fortgeführt werden, hängt vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie und den zukünftigen Rahmenbedingungen ab. Sobald die Angebote wieder aufgenommen werden können, erhalten Sie aktuelle Informationen!

Ein weiterer großer Bestandteil im Projekt ist die Netzwerkarbeit, sodass die trägerunabhängige Koordinierungsstelle eine Schnittstelle zwischen den verschiedenen Institutionen bildet und auf umfangreiche Hilfsangebote in der Kommune verweisen kann. Die Nachbarschaftsberatung der Gemeinde Alpen ist mit vielen lokalen Partnern vernetzt  - unter anderem die Einkaufshelden, KJG Menzelen, Pflegeberatung der Gemeinde Alpen mit Beatrix Kluck und Kirsten Kloas, VDK-Ortsverband Alpen, Katholische Kirchengemeinde St.Ulrich, Evangelische Kirchengemeinde Alpen, Flüchtlingshilfe Alpen e.V. über die Koordinatorin der Gemeinde Alpen A. Kummer, Seniorenkreis der Dorfwerkstatt Alpen, Marienstift Alpen gGmbH, Gerontopsychiatrische Beratungsstelle mit B. Schilling, Katholische Frauengemeinschaft St. Walburgis Menzelen, Katholische Frauengemeinschaft Veen.

Angesichts der Corona-Krise ist gute Nachbarschaft besonders wichtig. Deswegen setzen wir ein Zeichen der gegenseitigen Hilfsbereitschaft mit einigen Aktionen, die sich mit gebotenem Abstand und Corona-konform umsetzen lassen.

Die Nachbarschaftsberaterin Barbara Uhlen-Hoolmans hat Masken genäht, die an viele ältere Bürger*innen noch vor der Maskenpflicht verteilt werden konnten.

Für viele, vor allem alleinstehende und auch ältere Personen, birgt die aktuelle Situation nicht nur rein medizinische, sondern auch soziale Gefahren der Isolation und Vereinsamung.

Wir haben überlegt, wie wir trotz des Kontaktverbotes auch weiterhin ein soziales Miteinander aufrecht erhalten können.

Aus diesem Grund hat die LEADER-Nachbarschaftsberatung der Gemeinde Alpen ein Seelenwärmer-Telefon ins Leben gerufen. Es ist gedacht für Senior*innen und allein lebende Menschen, die einfach mit jemanden reden, erzählen, sich austauschen, etwas vorgelesen bekommen oder einfach nur unterhalten möchten. Zuwendung, Freundlichkeit und eine symbolische Umarmung per Telefon wirken Wunder, wenn es darum geht mit einer neuen Situation oder bestimmten Lebensumständen besser umgehen zu können. Angesichts der Corona-Krise ist es jetzt noch wichtiger als sonst, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Derzeit beteiligen sich 26 Bürger*innen ehrenamtlich, unter Einhaltung des Datenschutzes, als Seelenwärmer.

Zusammengefasst ist die Nachbarschaftsberatung eine kostenlose und trägerunabhängige soziale Lebensberatung, die auf dem Prinzip des bürgerlichen Engagements beruht. Die Aufgaben der ehrenamtlichen Nachbarschaftsberater sind vielfältig. Das Besondere an diesem Ehrenamt bzw. Engagement in diesem Projekt ist, dass man sich ganz nach seinen eigenen Interessen, Erfahrungen und Stärken einbringen kann.

Wir möchten Nachbarn vernetzen, soziales Engagement fördern, gegenseitiges Vertrauen stärken, dazu beitragen, dass sich Nachbarn ihrer lokalen Gemeinschaft verbunden fühlen, um so Isolation und Einsamkeit zu reduzieren.

Das Ziel - die Stärkung des nachbarschaftlichen Miteinanders - ist in diesem Jahr wichtiger denn je. Unser Ziel ist es, Nachbarschaften in Orte zu verwandeln, an denen wir uns zu Hause fühlen.