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Stadtumbau Neue Mitte: Vollsperrung „Burgstraße“

Vollsperrung Burgstraße

Die Baumaßnahme „Neue Mitte“ im Alpener Ortskern sorgt seit vielen Wochen für viele Diskussionen bei den Alpener Bürgerinnen und Bürgern. 

Mit Pressemitteilung vom 09.08.2022 hat die Gemeinde bereits über die Gründe für den extrem schleppenden Baufortschritt berichtet.

Für diese unbefriedigende Situation gibt es zwei wesentliche Gründe:

1. Versorgungsleitungen

Bei Baubeginn wurden alle Versorgungsunternehmen angefragt, ob vorhandene Leitungswege im Zuge der Baumaßnahmen erneuert werden müssen. Dies wurden von allen Anbietern verneint. Bei der Umsetzung der gemeindlichen Maßnahme stellte sich dann heraus, dass die Versorgungsleitungen, die größtenteils in den 80er Jahren verlegt wurden, bei weitem nicht so verlegt wurden, wie es erforderlich ist.

So sind in beiden Gehwegbereichen eine Vielzahl von Versorgungsleitungen zu finden. Da die Burgstraße eine der Hauptverkehrsachsen im Ortskern ist, sind hier besonders groß dimensionierte Versorgungsleitungen verlegt, die darüber hinaus die angrenzenden Straßen versorgen.

Die Problematik an diesen Leitungen ist zum einen die zu geringe Tiefenlage und zum anderen der Umstand, dass Altleitungen in den vergangenen Jahrzehnten nie zurückgebaut wurden.

Die heutigen Leitungsauskünfte der Versorgungsunternehmer stellen die Tiefenlage aber überwiegend nicht dar. Alter Leitungsbestand, der nicht mehr in Betrieb ist, wird ebenfalls nicht dargestellt.

Jede ausführende Firma ist bei ihren Arbeiten für den Schutz der bestehenden Versorgungsleitungen zuständig. Sollten Schäden entstehen, sind die Kosten zur Behebung durch diese Firma zu tragen.

Dementsprechend vorsichtig gehen die beauftragten Firmen bei ihren Aufträgen vor. Stellen sie dann fest, dass die Leitungen höher liegen als erwartet und wider Erwarten mehr Leitungen vorhanden sind, als in den Planauskünften enthalten, so wird das Ausschachten, was ursprünglich mit großem Gerät geplant war, zur Handarbeit. Diese Handarbeit führt wiederum zu extremen Zeitverzug, so wie es an der Burgstraße zu beobachten ist.

Diese schwierige Leitungsverlegung hat bereits im ersten Abschnitt dazu geführt, dass eine Hochspannungsleitung auf Grund ihres Alters und ihrer Lage neu verlegt werden musste. Im aktuellen Bereich gilt das gleiche für die Hauptversorgungsleitung des örtlichen Gasversorgers. Auch diese Leitung muss nun aufgrund des Alters und der Lage ausgebaut und anschließend erneuert werden.

2. Verkehrsführung

Bei der Planung der Baumaßnahme gab es für die Verwaltung einen vorrangigen Punkt zu beachten. Nach den vorangegangenen Baumaßnahmen im Ortskern sollte die Burgstraße in keinem Fall erneut vollständig gesperrt werden.

Die ansässigen Geschäfte sollten weiterhin erreichbar sein. Außerdem sollte zunächst kein Parkraum gesperrt werden, der nicht unbedingt für die Abwicklung der Baumaßnahmen erforderlich ist.

Dieser Umstand führte dazu, dass Bauabschnitte zu bilden waren. Diese wurden dann seitens des ausführenden Unternehmens in „südlicher Gehweg“, „nördlicher Gehweg“ und „Fahrbahn“ eingeteilt.

Diese Abschnittsbildung wiederrum führte dazu, dass der ausführenden Firma nur ein absolutes Minimum an Bewegungsfläche und auch Lagerfläche eingeräumt wurde. Daraus ergibt sich eine ausgesprochen kleinteilige Arbeitsweise, die den Baufortschritt weiter behindert. Es ist z.B. nicht möglich, größere Flächen in einem Zug für die abschließende Pflasterung vorzubereiten, damit der Pflasterer in einem Zug durcharbeiten kann.

Für eine effektive Baustellenabwicklung wäre von Beginn an eine Vollsperrung der Burgstraße sinnvoll gewesen. Diese erhebliche Beeinträchtigung der ansässigen Geschäfte wollte die Gemeinde aber in jedem Fall vermeiden.

Heute ist aber deutlich erkennbar, dass die Arbeiten zur Neuverlegung der Gasleitung im nördlichen Gehweg und die termingerechte Abwicklung der Baumaßnahme ohne eine entsprechende Vollsperrung der Burgstraße nicht realisierbar ist.

Aus diesen Gründen hat sich die Gemeinde dazu entschlossen, insbesondere im Sinne einer zügigen Abwicklung, die Burgstraße zwischen der Alpschen Ley und der Bäckerei Tebart voraussichtlich ab

Mittwoch, 05.10.2022 für den motorisierten Durchgangsverkehr voll zu sperren.

Der bereits freigegebene südliche Gehweg wird für den fußläufigen Verkehr weiterhin zur Verfügung stehen.

Der Abschnitt Kreuzung Rathausstraße bis Alpsche Ley wird damit ebenso wie der Teilbereich von Bäckerei Tebart bis Bruckstraße zur Sackgasse. Dieser Bereich steht den Kunden aber weiterhin als Parkraum zur Verfügung. Der anschließende Abschnitt Bruckstraße bis Netto wird dann wieder in beide Fahrtrichtungen befahrbar sein.

Die Verkehrseinrichtung ist inzwischen beantragt und soll dann bis zum Jahresende aufrechterhalten bleiben.

Die Gemeinde erhofft sich durch diesen aus ihrer Sicht unvermeidlichen Schritt einen termingerechten Baufortschritt und einen reibungsloseren Bauablauf, sodass der Maßnahmenbereich bis zum Ende des Jahres fertiggestellt werden kann. Hierzu wird das ausführende Unternehmen das Personal vor Ort entsprechend aufstocken.

Die Gemeinde Alpen ist sich der schwierigen Situation, insbesondere der betroffenen Einzelhändler in diesem Bereich durchaus bewusst, bittet aber dennoch um Verständnis.

Gepostet von Alpen am Niederrhein am Sonntag, 15. Mai 2022