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Austauschtreffen der NachbarschaftsberaterInnen in Alpen

Unter dem Motto: „Was war los und was steht an für die Nachbarschaftsberatung in Alpen“ lud die Nachbarschaftskoordinatorin Sonja Böhm Mitte Juli alle 36 derzeit ehrenamtlich tätigen NachbarschaftsberaterInnen der Gemeinde Alpen zu einem Austauschtreffen ein. Geimpft und/oder negativ getestet wurden, in geselliger Runde im Freien und bei köstlicher Verpflegung, vergangene, aktuelle und zukünftige Themen reflektiert und neue Aktionen geplant.

In Zeiten der Coronapandemie steht auch das ehrenamtliche Engagement vor besonderen Herausforderungen und erlangt zugleich eine besondere Bedeutung. Durch die erschwerten Rahmenbedingungen während der Coronapandemie fanden persönliche Begegnungen nur bedingt statt. Die Krisensituation erschwerte die Kommunikation und individuelle Beratung. Die Coronaschutzverordnung, die Fürsorgepflicht gegenüber der ehrenamtlichen NachbarschaftsberaterInnen, die Risikominimierung und der Schutz vor Infektionen der Beratungssuchenden, gaben eine neue Ausrichtung der Projektarbeit und Umsetzung vor.

Die Pandemie birgt nicht nur rein medizinische sondern auch soziale Gefahren wie Isolation und Vereinsamung. Das Ziel war, diesem entgegenzuwirken und gemeinsam für all diejenigen einzutreten, die von der häuslichen Isolation besonders betroffen und auf Unterstützung angewiesen sind. Um die Begleitung auch während des Lockdowns zu gewährleisten, stellte die Nachbarschaftsberatung der Gemeinde Alpen das Angebot des Seelenwärmer-Telefons bereit. Dieses förderte die Vernetzung untereinander im Ort und nahm vielen Menschen die Angst des Alleinseins. Besonders erwähnenswert ist hier die große Hilfsbereitschaft innerhalb der Bevölkerung.

Das Besondere an diesem Ehrenamt bzw. Engagement in diesem Projekt ist, dass man sich ganz nach seinen eigenen Interessen, Talenten, Erfahrungen, Stärken und dem eigenen zur Verfügung stehenden Zeitkontingent einbringen kann. Die Aufgaben der ehrenamtlichen NachbarschaftsberaterInnen sind vielfältig und individuell. Sie bestehen im Kern darin, als unbürokratische, trägerunabhängige Ansprechpersonen für Menschen in Problemlagen zur Verfügung zu stehen. Die ehrenamtlichen NachbarschaftsberaterInnen haben ein „offenes Ohr“ für die Alltagsprobleme der BürgerInnen. Hierbei geht es nicht um die fachliche Beratung zu bereits bestehenden Angeboten, sondern um das Identifizieren von sozialen Bedarfen und die Erarbeitung individueller Lösungsstrategien. Durch die gezielte Vermittlung von Leistungsangeboten verschiedener Träger und Finanzierungsstrukturen, professionalisiert sich das Wissen aller NachbarschaftsberaterInnen. Dieses gemeinsame kollektive Wissen über die Möglichkeiten und die Qualität der vorhandenen Angebotsvielfalt entsteht ein „Wissensschatz“, der der Bevölkerung zugänglich gemacht wird.

Es gilt nicht nur Mobilitätshürden zu überwinden, sondern auch Hemmschwellen und Berührungsängste abzubauen. Der Schritt um Hilfe zu bitten, ist für viele Beratungssuchende ein sehr großer. Es zeigte sich, dass durch Öffentlichkeitsarbeit und coronakonforme Aktionen diese Problematik gemildert wird und die SeniorInnen Vertrauen fassen.

Die Strukturen im Projekt Nachbarschaftsberatung wurden gefestigt und das aufgebaute Netzwerk greift. Die Akzeptanz und der Bedarf wurden im Coronajahr durch Anfragen aus der Bevölkerung und Kooperationen mit weiteren Institutionen sehr deutlich. Das Projekt Nachbarschaftsberatung stellt den Menschen in den Vordergrund und hilft Lösungen umzusetzen. Die Nachbarschaftsberatung ist mehr denn je ein Lückenschluss zwischen bestehenden Beratungsangeboten und individuellem Hilfebedarf. Das höchste Gut, das die Ehrenamtlichen in das Projekt einbringen, ist Zeit für andere Menschen. Sie führen Gespräche, hören zu, beantworten Fragen, vermitteln und begleiten in allen Lebenslagen, wenngleich in diesem Jahr unter AHA-Vorbehalt, mit Maskenpflicht und mit großem Abstand bei „Hausbesuchen“ nur eingeschränkt gearbeitet werden konnte.

Das Projekt hat gezeigt, dass es möglich ist, auch in einer Krisenzeit Verantwortung füreinander zu übernehmen, soziales Engagement, gegenseitiges Vertrauen und den Austausch der Generationen zu fördern, so dass sich ältere Menschen ihrer lokalen Gemeinschaft verbunden fühlen.

Jeder der sich in dem Projekt ehrenamtlich engagieren möchte, ist herzlich Willkommen.

Bild Nachbarschaftsberatung Alpen

Einige der NachbarschaftsberaterInnen der Gemeinde Alpen

Foto: privat. Personen sind geimpft und/oder negativ getestet (von links nach rechts, hinten: Mario Berwanger, Ulrich Mülheims, Nicole Lampe, Sebastian Mandt, Alexander Böhm, Claudia Bongers, Christel Pohlmann Shaltookchi, Norbert Steins, Sylvia Heinzel, Birgit Fries, unten: Serif Alabas, Andrea Giesbert, Sonja Böhm, Gerd Möllenbeck, Ulrike Terfloth)